Unsere aktuellen Herausforderungen

  • eine potenzielle Lebensgefahr für jeden; wie gefährlich wissen wir nicht
  • alles ist auf einmal anders, im Geschäft und im Privatleben
  • alle sind betroffen
  • keiner weiß, wann die Krise zu Ende ist
  • ein ständiger Zufluss an überwiegend negativen Nachrichten über Infektions- und Todeszahlen, Kurseinbrüche, Schließungen, Beschränkungen

Das sind die Besonderheiten, die das Corona-Virus zu einer besonderen Herausforderung macht. Auch und besonders für Führungspersonen.

Gerade in diesen Zeiten ist es besonders wichtig, konstruktiv, positiv und leistungsfähig zu bleiben. Das ist in erster Linie für Sie persönlich wichtig, jedoch auch für Ihre Mitarbeiter, für Ihre Familie.

Einige Überlegungen dazu möchte ich mit Ihnen teilen.

Akzeptieren Sie auch provisorische Lösungen

Disruption ist ein Prozess, bei dem etwas bestehendes durch eine stark wachsende Innovation abgelöst beziehungsweise „zerschlagen“ wird. Eine Disruption ist somit keine Weiterentwicklung, sondern etwas komplett Neues mit ganz neuen Ansätzen.

Sie müssen in diesen Zeiten neu denken, nie Dagewesenes möglich machen. Die Autoindustrie stoppt ihre Produktion, Apple schließt seine Läden, unser Call-Center in Wittenberg stellt innerhalb einer Woche auf Heimarbeitsplätze um, Webinare überhäufen den Markt. Mut und Entscheidungskraft wird Ihnen abverlangt.

Dabei kann ich Ihnen nur ans Herz legen, akzeptieren Sie auch provisorische Lösungen! Es gibt in dieser Zeit keine idealen, erprobten Lösungen. Besonders Perfektionisten haben es jetzt schwer. Unsere den Deutschen unterstellte Genauigkeit, alles bis ins Detail zu durchdenken und erst dann zu entscheiden und zu handeln, funktioniert jetzt nicht.

Wie bewundere ich da unsere Chefinnen der Charisma, unserem Call-Center im Haus, bei der Umstellung auf Homeoffice Arbeitsplätze. Wie oft höre ich jetzt auf die Frage der Mitarbeiter und externen Dienstleister „Wie sollen wir das an der Stelle machen?“ die Antwort: „Du weißt doch, was das Ziel ist. Einfach machen. Dir wird schon etwas einfallen.“ Und das tollste daran, jeder findet eine Lösung und am Ende funktioniert es.

Stellen Sie jetzt häufiger folgende Fragen an Ihre Mitarbeiter:

  • Was meint Ihr dazu?
  • Wie würdet Ihr das lösen?
  • Welche Risiken seht Ihr bei dieser Entscheidung?
  • Habe ich da etwas übersehen?

Fokussieren Sie sich

Lassen Sie sich nicht verrückt machen. Setzen Sie Prioritäten. Reduzieren Sie alles auf das Wesentliche. Lassen Sie weniger Wichtiges einfach weg. Delegieren Sie an Ihre Mitarbeiter. Gute Führer brauchen auch Zeit und Ruhe zum Überlegen.

Das viel strapazierte Eisenhower-Prinzip ist primitiv aber genial in solchen Zeiten:

Die eigenen Werte beibehalten

Behalten Sie in diesen Zeiten vor allem Ihre eigenen Werte im Blick. Stellen Sie sich bei jeder unorthodoxen Entscheidung, die Ihnen abverlangt wird, die Frage, ob diese Entscheidung auch mit Ihren Werten übereinstimmt. Besonders bei Entscheidungen zu folgenden Fragen:

  • Was kann ich von meinen Mitarbeitern verlangen, deren Kinder nicht zur Schule gehen können, die ein krankes Familienmitglied versorgen müssen, deren Nächsten ernsthaft erkrankt sind, die selbst Erkältungssymptome aufweisen?
  • Wen beliefere ich noch, wem muss ich absagen?
  • Welchen Kundenwunsch kann ich erfüllen, ohne meine Verantwortung für meine Mitarbeiter zu vernachlässigen?

Bleiben Sie Ihren Werten treu! Sie werden davon in der „Nach-Corona-Zeit“ leben.

Machen Sie sich Ihre Stärken bewusst

Manche Entscheidung wird Ihnen nun abverlangt, was jetzt zu tun ist, welchen Service Sie noch leisten können/wollen und was Sie weglassen sollten. Konzentrieren Sie sich dabei auf Ihre Stärken:

  • Was konnten Sie schon immer besonders gut?
  • Was haben Sie schon immer gerne gemacht?
  • Womit bieten Sie Ihren Kunden den größten Nutzen?

Solche Überlegungen helfen Ihnen nicht nur durch die Krise, Sie schaffen Ihnen auch mehr Klarheit und Profil für die „Nach-Corona-Zeit“.

Krisenzeiten helfen uns auch dabei „Verzettelung“ abzuschaffen, uns auf unsere Stärken zu konzentrieren, mehr Klarheit in unser Profil zu bringen.

Filtern Sie den Nachrichtenkonsum für sich und helfen Sie dabei Ihren Mitarbeitern

Lassen Sie nicht ständig alle Negativmeldungen an sich heran. Wählen Sie Ihre Nachrichtenquellen sinnvoll aus und informieren Sie sich einmal täglich, dann jedoch richtig. Extrem dringende Sondermitteilungen verpassen Sie ohnehin nicht, da diese in solchen Zeiten von allen Seiten auf Sie einstürmen.

Ritualisieren Sie mit Ihren Mitarbeitern die Gespräche über die aktuelle Lage, die wirklichen Gefahren, was sind Fake News. Lassen Sie nicht zu, dass sich Halbwahrheiten schneller fortpflanzen als das Virus selbst. Aber lassen Sie Raum und Zeitfenster für diese Gespräche mit Ihrem Team in Ihrem Arbeitsablauf. Das schafft bei Ihren Mitarbeitern Sicherheit und Orientierung.

Gutes sehen und herausstellen

Es ist vieles schlimm und dramatisch. Und es stürmt mitunter erdrückend auf Sie und Ihre Mitarbeiter ein. Gleichzeitig passiert auch viel Gutes. Menschen helfen anderen Menschen in nie dagewesener Weise. Italiener feiern Balkonpartys über die Straße hinweg, die Spanier beklatschen das Krankenhauspersonal aus ihren Fenstern heraus, Enkelkinder nehmen Videos für ihre isolierten Großeltern auf.

Haben Sie einerseits den Ernst der Lage im Blick, erhalten Sie sich jedoch Ihre Wahrnehmung für das Gute um uns alle herum. Positive Emotionen machen uns bekannter Weise kreativer, leistungsfähiger, stressresistenter, immunstärker.

Fragen Sie regelmäßig Ihre Mitarbeiter nach guten Erlebnissen, nach dem, was gerade gut läuft. Bedanken Sie sich für die außergewöhnlichen Leistungen Ihrer Mitarbeiter ehrlich und aufrichtig. Feiern Sie auch einmal etwas Gelungenes, etwas, was Sie mit vereinten Kräften gemeinsam geschafft haben.

Halten Sie Kontakt

Menschen sind soziale Lebewesen. Wir brauchen soziale Kontakte. Unsere Mitarbeiter brauchen den Dialog mit Ihnen. Der eine braucht das mehr der andere weniger. Gehen Sie jetzt besonders auf die besonderen Bedürfnisse der einzelnen Menschentypen ein. Schauen Sie noch einmal in die Persönlichkeitsanalysen Ihrer Mitarbeiter, die Sie in Zusammenarbeit mit uns erhalten haben. Darin lesen Sie auch wertvolle Hinweise für den Umgang mit der bestimmten Persönlichkeit in Stresssituationen.

Das Gute an der Digitalisierung ist, dass wir heute viele Möglichkeiten haben, auch ohne beieinander zu sein, miteinander zu kommunizieren, uns zu sehen, uns in die Augen zu schauen. Natürlich ersetzt das nie zu 100% den persönlichen physischen Kontakt. Es hilft uns jedoch über eine gewisse Zeit der Isolation hinweg.

Auch wir bei Kaltenbach Training nutzen das nun verstärkt. Wir treffen uns nur noch bei absoluter Notwendigkeit in unseren Büros. Alle Arbeiten von zu Hause. Schon lange arbeiten wir mit Cloudlösungen, so dass jeder Trainer von Kaltenbach Training von jedem Teil der Erde an den Teamprojekten arbeiten kann. Jetzt finden wir uns jedoch öfter zu Videokonferenzen zusammen und tauschen uns dabei zu allen Themen des beruflichen und privaten Lebens aus.

Sinn vermitteln

Warum tun wir das? Wem helfen wir mit unseren Produkten, Dienstleistungen? Wer hat einen Nutzen davon? Wie machen wir die Welt ein wenig besser?

Und warum ist das gerade jetzt so wichtig?

Wer gerade als Krankenpfleger oder Arzt arbeitet oder am Corona-Impfstoff forscht, hat keine Schwierigkeiten, Antworten darauf zu geben.

Der Sinn, warum wir etwas tun, ist die stärkste Motivation für Menschen.

Klären und erklären Sie in dieser Zeit mit Ihren Mitarbeitern besonders häufig das WARUM.

Vielleicht können Sie mit Ihren Mitarbeitern gerade nicht die Welt retten, vielleicht sind Sie gerade zur Untätigkeit verdammt. Dann suchen Sie sich eine neues gemeinsames WARUM. Spenden Sie mit Ihren Mitarbeitern für einen guten medizinischen Zweck, helfen Sie gemeinsam bei der Versorgung eines Seniorenheims oder, oder, oder. Loben Sie Mitarbeiter, die sich für das Gemeinwohl engagieren! Loben Sie die, die Ihnen dafür neue Ideen liefern. Tun Sie irgendetwas Gutes gemeinsam.

Besinnung

Und vor allem, nutzen Sie diese Zeit auch einmal für sich persönlich. Nehmen Sie sich gerade jetzt die Zeit für Sport mit Ihren sonst selten genutzten Fitnessgeräten, lesen Sie jetzt das Buch, welches Sie schon lange liegen haben, meditieren Sie.

Pflegen Sie Ihren Körper, Ihre Seele. Halten Sie sich körperlich und geistig fit. Sie werden noch lange gebraucht.

Schalten Sie ab! Tun Sie auch einfach mal NICHTS.

Vielleicht ist das ja gerade unsere größte Herausforderung, eine Lektion, die wir mal wieder lernen müssen.

Wir freuen uns über Ihr Feedback

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