RGU Persönlich | 19.02.2019

Führung bedeutet immer auch: Verantwortung übernehmen. Vorangehen. Beweisendes Vorbild sein. Daher ist es für mich als Unternehmer, als Trainer, Führungs- und Vertriebsexperte selbstverständlich, zu leben, was ich „predige“: Verantwortung zu übernehmen, selbst tätig zu werden und damit Neues anzustoßen. Grenzen zu überschreiten. Menschen anzuführen, um gemeinsam besser voranzukommen.  

Unternehmerische Werte sind Verpflichtung

Das ist für mich kein Gerede, sondern echte Selbstverpflichtung. Daher engagiere ich mich – gemeinsam mit meiner Frau Sylvia – seit einigen Jahren mit unserem Verein „Zukunft Afrika e.V.“ mit dem Ziel, die Menschen Afrikas mit tatkräftiger Hilfe zur Selbsthilfe zu unterstützen, ihnen langfristige Perspektiven zu bieten und sie so an ihre Heimatländer zu binden. Im Fokus dieser Arbeit stehen Nahrung, Kleidung, Bildung.

Und so sind wir in den letzten Jahren bereits in Namibia, genau gesagt in Ovinjuru im Nordosten des Landes, tätig geworden, haben Kleiderspenden übergeben, Obstgärten angelegt und einen Kindergarten errichtet. Bildung aber ist der Schlüssel zu allem, der Schlüssel zu einem besseren Leben, und daher sind wir jetzt den Bau einer Vorschule angegangen.

Konkret heißt das: Als Geschäftsführer des Trainingsunternehmens Kaltenbach Training konnte ich über unsre Kunden fünf patente Unternehmer und Mitarbeiter aus Firmen im ganzen Bundesgebiet gewinnen, die mit mir auf eigene Kosten Anfang des Jahres nach Namibia geflogen sind und diese Schule gemeinsam mit den Menschen vor Ort Stein für Stein hochgezogen haben. Außer mir, der eher Erfahrung aus dem Fertighausbau mitbrachte, haben Hans Schaile aus Böbingen, Robert Ringenberger aus Merching, Markus Konjer aus Nordhorn sowie Dimitios Parcharidis aus Wuppertal und Sven Haase aus Bergisch Gladbach einen Monat unter der sengenden Sonne Namibias verbracht. Das sind alles Praktiker aus dem Bauhandwerk und sie haben ganz außergewöhnliches Engagement bewiesen und diese vier Wochen mit mir gemeinsam von Morgens bis Abends angepackt. Daher möchte ich sie auch hier auch namentlich erwähnen und mich nochmal bei ihnen bedanken.

„Hand in Hand, Stein auf Stein“

Unternehmerische Tugenden: Respekt und ständiges Lernen

Der Rohbau stehtOvinjuru/Epukiro ist ein entlegener Ort in der Kalahari, in dem sich 2015 das Projekt „Ewe Retu“ gründete. „Ewe Retu“ kommt aus der Otjihero-Sprache und bedeutet so viel wie „Der Fels, auf dem wir bauen“. Diesen Ort hat zunächst meine Frau Sylvia im Dezember 2015 kennengelernt und erlebt, dass es an Vielem fehlt. Vor allem an gesunder Nahrung, an schützender Kleidung und an Bildung. Seither arbeiten wir vor Ort gemeinsam mit den Menschen daran, die Zustände zu verbessern. Denn sie wollen ja gerne da bleiben und selbst an der Verwirklichung ihrer Ziele arbeiten, aber das trifft auf viele Herausforderungen. Alles, was bei uns in Deutschland im Bau so einfach läuft, ist dort eine Riesenplackerei. Ein Beispiel: In Ovinjuru werden die Fundamentgräben mit Schaufeln ausgehoben, Felsen im Grabenbereich mit Elektrohammer klein geschlagen und per Hand herausgehoben. Danach wird von einem ca. einen Kilometer entfernten Loch kubikmeterweise Kies mit einem Pickup herangefahren. Über einen mit Hand verlegten Schlauch wird Wasser an die Baustelle gepumpt, was jedoch nur zeitweise geht. Mit einem Betonmischer wird der Beton angemischt und mit Schubkarre an den Bestimmungsort gefahren. Dabei muss jede Karre von zwei Menschen gefahren werden, da der Untergrund sandig weich ist. Einer schiebt die Karre, ein zweiter zieht mit einem Seil am Vorderrad, damit die schwere Karre nicht einsinkt. Aber für alle Herausforderungen fanden unsre lokalen Mitarbeiter eine Lösung – besonders der Initiator Floyd Hambira und sein 72-jähriger Onkel Arnold waren rasch so unverzichtbar wie all die unermüdlichen Helfer („Locals“), mit denen wir Arbeit, Essen und Lager geteilt haben.

Der Rohbau steht

Bei unserem Baueinsatz haben wir tiefen Respekt vor der Arbeit und dem Einsatz der Menschen vor Ort gewonnen. Wir haben an mancher Stelle lernen können und haben uns auch sicher persönlich in dieser Zeit weiterentwickelt.

Wahre Führungspersönlichkeiten: Zuhören kommt vor dem Erfolg

Ich habe in meinem ´ersten Leben´ als Kampfpilot und Pilotenausbilder und in meinem ´zweiten Leben´ als Unternehmer in verschiedenen Teilen der Welt, in unterschiedlichen Kulturkreisen gelebt. Oft habe ich Hilfe und Solidarität am eigenen Leib erfahren – übrigens auch nach einem schrecklichen Unfall, nach dem ich mich mühevoll wieder ins Leben zurückgekämpft habe – und wollte schon immer etwas von dieser Solidarität zurückgeben. Auch das Gründe für uns, im April 2016 den ´Zukunft Afrika e.V.´ zu gründen, einen Verein, mit dem wir direkt vor Ort arbeiten und Hilfe zur Selbsthilfe geben. Dabei ist es enorm wichtig, den Menschen vor Ort erstmal zuzuhören, sie nach ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen zu fragen – und nicht unsre westlichen Ideen da einfach ´draufzusetzen. Daher arbeiten wir immer gemeinsam mit den Menschen vor Ort, denn sie kennen ihre Bedürfnisse, aber auch die Machbarkeit und tausend kleine Ideen und Wege, wie etwas umgesetzt werden kann, am besten.

Da bin ich bei der „Punktlandung im hausbau“ statt wie sonst bei der „Punktlandung im Hausverkauf

Und dabei haben wir Unternehmer, die auf dem Bau (sonst) immer alles im Griff haben, in Namibia auch wieder Demut gelernt. Beispielsweise davor, was es bedeutet, ein Gebäude von der Größe einer Schule ohne Wasserleitung vor Ort zu erstellen. Es bedeutet nämlich, Wasser aus Pfützen löffelweise in Konservendosen zu schöpfen und von dort in Eimer zu gießen – und diese dann zum Bau zu schleppen. Diese Mühen nehmen die Menschen vor Ort auf sich – und sind doch immer auch offen für unsre „Optimierungsprozesse“ gewesen. Im Ergebnis haben wir es gemeinsam in diesen vier Wochen geschafft, den Rohbau komplett auf die Beine zu stellen. Jetzt, zurück in Deutschland, geht die Arbeit weiter: Wir planen schon die Anlage der Wasserversorgung und der sanitären Anlagen, die Installation einer Solaranlage, die weitere Entwicklung des Kindergartens, der Obstgärten und der Schule. Und das natürlich neben der Arbeit bei Kaltenbach Training. Denn auch dort sind wir immer für Sie im Einsatz.

Feedback zum Artikel “Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen: Schulbau in Namibia

  1. Walter Kaltenbach sagt:

    Guten Tag Herr Guttenberger,
    der aktuelle Tipp des Monats hat mich begeistert. Auch der Bericht in der hießigen Tageszeitung war hervorragen. Was so ein runder Geburtstag nicht alles bewegen kann. Ich bewundere was Sie und Ihre Frau hier tun. Meine besten Wünsche begleiten Sie weiter auf diesem Weg. Dies auch im Namen meiner Frau.

    Walter Kaltenbach

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