Gerade in diesen Zeiten, die besonders stark von Wandel, Unsicherheiten und Turbulenzen geprägt sind, wird das Konzept der Resilienz sowohl im Unternehmen als auch im Privatleben immer wichtiger. Wir stehen derzeit immer häufiger vor der Frage, wie wir die negativen Einflüsse unseres Umfeldes verkraften können, wie wir geschäftlich wie auch privat auf Kurs bleiben, wie wir unsere Mitarbeiter und Kollegen gesund und leistungsfähig durch die Krise führen. Wie können wir unsere „mentale Widerstandsfähigkeit“, unser „psychisches Immunsystem“ und das unserer Mitarbeiter belastbarer machen.

Mit diesen Fragen beschäftigt sich Kaltenbach Training seit einigen Monaten sehr intensiv. Dabei erhalten wir tatkräftige Unterstützung durch unsere Trainerin M. Sc. Psychologie Anka Hansen, die seit vielen Jahren auf dem Gebiet des betrieblichen Gesundheitsmanagements in den Handlungsfeldern Stressbewältigung und Entspannung (§ 20 SGB V) forscht.

Wir sind nun überglücklich, Ihnen unsere ersten Ergebnisse auf diesem Gebiet präsentieren zu können: Ein Live-Online-Seminar zu dem Thema „Anti-Ärger-Strategie. Nie mehr als 3 Minuten ärgern“ bieten wir Ihnen, unseren Lesern, als Plusleistung zu diesem Tipp des Monats sogar kostenlos an.

Doch zuvor einige Überlegungen und Klarstellungen zu dem Thema Resilienz, da ich gerade unter diesem Begriff so viel und leider auch so viel Falsches lese.

Resilienz. Die mentale Widerstandsfähigkeit

„Resilienz“ bezeichnet die „psychische Widerstandsfähigkeit“ und bezieht sich auf das Phänomen, dass manche Menschen trotz schwieriger und belastender Lebenssituationen (Arbeitssituationen) gesund bleiben oder sich vergleichsweise leicht von diesen erholen, während andere unter den gleichen oder ähnlichen Bedingungen besonders anfällig für Störungen, Erschöpfungssymptomen und Krankheiten sind (Rutter 1995).

In vielen Unternehmen und Behörden sind mehr als die Hälfte der Mitarbeiter oft gestresst, knapp die Hälfte bezeichnen sich Burnout-gefährdet und klagen über Beschwerden, wie Rückenschmerzen oder Schlafstörungen[1]. Etwa jeder dritte Erwachsene erkrankt in seinem Leben an einer diagnostizierbaren psychischen Erkrankung. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, mit Ausnahme der Abhängigkeitserkrankungen. Die durch psychische Erkrankungen verursachten Arbeitsunfähigkeitstage sind in den letzten 12 Jahren um ca. 80 % gestiegen; davon entfallen die meisten Fehltage auf Depressionen und Angsterkrankungen
[2]. Seit über 10 Jahren sind in Deutschland psychische Erkrankungen der häufigste Grund für Frühverrentungen[3]. Psychische Erkrankungen sind also weit verbreitet und haben aufgrund der großen ökonomischen Auswirkungen große Bedeutung für Ihr Unternehmen. Die direkten und indirekten Kosten psychischer Erkrankungen für Deutschland werden auf über 6 Milliarden Euro im Jahre 2011 geschätzt.[4]Gleichzeitig verändern sich Unternehmen nicht erst seit Corona, sondern auch aufgrund der Digitalisierung, Globalisierung und des massiven „Leistungs-Drucks“.

Die Frage, wie Sie und Ihre Mitarbeiter gestärkt werden können, um trotz der Herausforderungen im Beruf und Alltag widerstandsfähig und gesund zu bleiben, hat uns mehr und mehr interessiert.

Die Resilienz-Entwicklung und damit die Prävention muss auf zwei Ebenen stattfinden: auf der Ebene der individuellen Persönlichkeit und auf der Ebene des Unternehmens bzw. der Institution, wobei sich präventive Maßnahmen auf beide Ebenen gleichzeitig erstrecken sollten. Das Umfeld, die Gesellschaft möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren, denn darauf haben wir keinen direkten Einfluss.

Individuelle Persönlichkeit

Oft geht es uns ja um die Vermeidung von Stress-Erkrankungen, wie Depression und Burnout. Da Burnout in Folge einer dauerhaften Überforderung und Überbelastung auftritt, stellt das auch den Ansatzpunkt der Prävention dar. Einfach gesagt, sollten Sie und jeder Ihrer Mitarbeiter regelmäßig auf seine Energiebilanz achten. Da wir nur begrenzte Energiekapazitäten haben, ist es wichtig, Energie nicht nur zu verbrauchen, sondern auch wieder „aufzutanken“.

Um eine „Schieflage“ der eigenen Energiebilanz überhaupt zu bemerken, müssen wir Stresssignale des Körpers (z. B. Schlafstörungen, Gereiztheit, Kopfschmerzen, Hörgeräusche u.s.w.) erst einmal beachten. Das sind Warnzeichen und die müssen ernst genommen werden. Sie sollten Entspannungsphasen in Ihren Alltag einbauen. Ihr Umgang und der Ihrer Mitarbeiter mit den Stressoren und deren Bewertung muss in vielen Fällen verändert werden. Und das kann und muss man auch lernen. Da setzen unsere Live-Online- und Präsenz-Seminare an.

Bei Ihren Mitarbeitern sollten Sie nicht nur auf die äußeren Bedingungen im Unternehmen achtgeben, sondern auch auf deren Persönlichkeitseigenschaften, die als sogenannte „Antreiber“ wirken. So reflektieren unterschiedliche Persönlichkeitstypen nach INSIGHTS auch auf unterschiedliche Stressoren.

  1. Den „Roten“ Typ wird gestresst durch Ineffizienz anderer und einen engen Handlungsrahmen. Er reagiert darauf eher aggressiv und mit Schuldzuweisungen an andere. Er arbeitet dann noch mehr und verlangt das auch von seinem Umfeld. Deren Stress verstärkt er dadurch noch.
  2. Den „Gelben“ Typ stressen eintönige Arbeiten, wenig Abwechslung, zum Beispiel die Kontakteinschränkungen aufgrund Corona-Maßnahmen. Er reagiert mit Übertreibung und versucht sich der Situation zu entziehen. Manchmal übertreibt er die Motivation anderer durch „Schönreden“ und Durchhalteparolen. Das stresst die anderen um so mehr.
  3. Den „Grünen“ Typ stressen die unerwarteten Veränderungen. Er zieht sich unter Stress mehr und mehr zurück, wird ängstlich und entwickelt ein übersteigertes Sicherheitsbedürfnis. Er sucht Harmonie und gegenseitigen Beistand um jeden Preis. Dabei stößt er bei den Roten auf wenig Gegenliebe, was den Grünen um so mehr stresst.
  4. Den „Blauen“ Typ stressen unvorhergesehene Ereignisse, die seine Zukunftspläne durchkreuzen, die er mit so viel Akribie erstellt hat. Er wird jetzt noch akribischer und genauer. Er wirft anderen vor, dass sie nicht analytisch vorgehen und nicht alles bedacht haben. Er will nun alles auf Nummer sicher machen und kommt gar nicht mehr voran, wirkt gelähmt.

Wichtig ist, dass Sie diese Signale bei Ihren Mitarbeitern und Kollegen erkennen und wissen, wie Sie damit umgehen können, um Stress abzubauen und nicht noch mehr zu eskalieren.

Ebene des Unternehmens

Was können Sie als Unternehmer oder Führungsperson für die psychische Gesundheit und die Förderung der Resilienz der Mitarbeiter tun?

In vielen Studien lässt sich belegen, dass die Arbeit ein wichtiger Stabilitätsfaktor im Leben ist und damit vor der Entwicklung psychischer Erkrankungen schützen kann. Auf der anderen Seite sind jedoch etliche Parameter bekannt, die mit einem erhöhten Burnout-Risiko und auch mit einem erhöhten Risiko an einer Depression oder an einer anderen psychischen Erkrankung zu erkranken, in Verbindung stehen.

In unseren Seminaren werden die 7 LOOVANZ Resilienz-Faktoren entwickelt:

  1. Lösungsorientiertes Denken
  2. Optimismus und positive Psychologie im Job
  3. Opferrolle verlassen (immer passiert mir das)
  4. Verantwortung für meine Gefühle und Gedanken übernehmen
  5. Akzeptanz für das, was ich nicht ändern kann
  6. Netzwerkoptimierung und lernen Hilfe anzunehmen
  7. Zukunftsorientierung (Was soll sich wie für mich ändern?)

Durch eine gezielte Förderung der Resilienz können Sie die Widerstandsfähigkeit in belastenden und risikobehafteten Lebenssituationen durch schützende Faktoren stärken (Zander 2009).

Den Führungspersonen kommt im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht die Aufgabe zu, Belastungen bei Ihren Mitarbeitern im besten Fall im Unternehmen gar nicht entstehen zu lassen, frühzeitig zu erkennen, angemessen anzusprechen und gemeinsam mit dem Mitarbeiter Lösungen zu finden. Da dies bestimmter Kompetenzen bedarf, können unsere praktisch orientierte Schulungen für Führungskräfte in der Gruppe, aber auch Einzelcoachings, sehr hilfreich sein.

Plusleistung für Leser

Als Plusleistung zu diesem Tipp des Monats erhalten Sie als Leser unser kostenloses Live-Online-Seminar „Anti-Ärger-Strategie. Wie Sie sich nie mehr als 3 Minuten ärgern“

am 09. Dezember 2020 von 15:00 Uhr bis 16:30 Uhr.

Um das Live-Online-Seminar zu besuchen, registrieren Sie sich auf unserem Schulungs-Portal. Nach erfolgreicher Registrierung können Sie sich für das Seminar Anti-Ärger-Strategie Nie mehr als 3 Minuten ärgern (Seminar nur sichtbar für registrierte Benutzer) mit dem Einschreibeschlüssel 1Y3ABUVD zu unserem Seminar anmelden.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Lösung dieser und zukünftiger Herausforderungen, die unser dynamisches Umfeld und die gegenwärtigen Rahmenbedingungen in unserem Land und der ganzen Welt mit sich bringen. Kommen Sie einfach auf uns zu.

  1. [1] Entspann dich, Deutschland – TK-Stressstudie 2016, herausgegeben von der Techniker Krankenkasse. Abrufbar über: www.tk.de
    Betriebliches Gesundheitsmanagement 2018. Ergebnisse der Arbeitnehmerbefragung, Februar 2018, Pronova BKK, Abrufbar über: www.pronovabkk.de und: https://www.gpm-ipma.de/fileadmin/user_upload/Know-How/studien/141015_Burnout-Studie_Web_Final.pdf
  2. [2] Vgl. Badura, B./ Ducki, A./ Schröder, H. et al.: Fehlzeiten-Report 2011: Führung und Gesundheit. Berlin, 2011;
  3. [[3] https://www.bptk.de/wp-content/uploads/2019/01/20140128_BPtK-Studie_Arbeits-und_Erwerbsunfaehigkeit-2013.pdf
  4. [[4] https://www.boeckler.de/pdf/p_mbf_regellungsluecke.pdf , Seite 79, abgerufen am 13.10.2020

Zitat des Monats

Im Grunde ist jedes Unglück gerade nur so schwer, wie man es nimmt.
Marie von Ebner-Eschenbach, östr. Schriftstellerin

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