Die Wirtschaft wird wieder hochgefahren, alte Gewohnheiten werden jedoch zurückbleiben. In vielen mittelständischen Unternehmen hoffen viele Führungspersonen immer noch, dass die Krise bald vorbei ist und wir wieder „zur Normalität“ zurückkehren. Manche bezeichnen das als eine Illusion, ich nenne es fahrlässig.

Die Geschichtsschreiber werden von der Zeit „vor Corona“ und „nach Corona“ reden, so heftig sind die Veränderungen, die wir miterleben werden. Die Welt wird nie wieder so werden, wie sie war. Wir müssen darüber nachdenken, was diese erdbebenartigen Erschütterungen, die alles durcheinander würfeln, für unsere Kunden, unser Unternehmen, die Branche bedeuten.

Meine Überlegungen dazu möchte ich Ihnen gerne mitteilen:

  1. Das Homeoffice bleibt

    Es lässt sich von zu Hause aus arbeiten und auch effektiv führen. Wir hatten bisher nicht den Mut, das zu probieren. Mitarbeiter werden es zukünftig verlangen. Sie möchten sich nicht mehr jeden Morgen durch den Berufsverkehr quälen, nur um in einem anderen Raum zu arbeiten.

  2. Die Infrastruktur der Städte muss neu überdacht werden

    Wenn mehr und mehr Arbeitnehmer zu Hause arbeiten und das Büro nur noch dafür da ist, die Kontakte zu pflegen, gelegentlich Meetings abzuhalten, wozu brauchen wir dann noch Bürotürme und repräsentative Unternehmenssitze? Die neue Generation von Mitarbeitern braucht keinen fest definierten Schreibtisch mehr. Künftig werden viele Unternehmen weniger Büro-Arbeitsplätze und Konferenzräume benötigen. Und auch Führungspersonen, die eher traditionell unterwegs sind, werden den Kostenvorteil entdecken.

  3. Weniger Geschäftsreisen

    Die Geschäftswelt hat nun endlich die Videokonferenzen neu entdeckt und allmählich hat auch der letzte Skeptiker erkannt: wir können auch online Verhandeln, diskutieren, beraten. Inzwischen gibt es auch die Technologien, die es uns kaum noch spüren lassen, dass wir nicht mehr im selben Raum sitzen, sondern in unterschiedlichen Städten oder sogar auf unterschiedlichen Kontinenten. Die Manager und Außendienstmitarbeiter werden in Zukunft hinterfragen, ob sie für diese Besprechung einen halben Tag unterwegs seien, verspätete Bahnen und Flieger in Kauf nehmen und den Reisestress ertragen müssen.

  4. weniger Firmenwagen

    Der Firmenwagen als Incentives wird ausgedient haben. Die neue Generation von Mitarbeitern steht eh nicht mehr so darauf. Außerdem muss sich zukünftig jedes Unternehmen, durch die öffentliche Meinung getrieben, Klimaziele setzen. Da passen Homeoffice, Videokonferenzen, reduzierte Reisetätigkeiten und eine kleinere Fahrzeugflotte hinein und sparen außerdem noch Kosten.

  5. Onlinehandel legt zu

    Bargeld und persönlicher Kontakt im Ladenlokal sind unhygienisch, mobile Zahlungssysteme und Online-Einkauf legen deutlich zu. Immer mehr Menschen kaufen ihre Waren und Dienstleistungen jetzt im Internet. Auch mittelständische Unternehmen müssen sich gerade jetzt fragen, welche Prozessschritte im Verkauf in das Internet verlegt werden können. Wie werden Kundenbindung und Beziehungspflege auch online gepflegt?

    Wir müssen auch damit rechnen, dass es zukünftig immer wieder Einschränkungsmaßnahmen bis hin zum Lockdown geben wird. Eine Grippe-Pandemie wie im Jahr 2018, in der in Deutschland 25.000 Menschen sterben und die Medien sprechen nicht darüber, wird es nicht mehr geben. Die Menschen, die Journalisten und die Politiker sind nun sensibilisiert. Wenn sich zukünftig eine Erregerwelle auf uns zubewegt, werden unmittelbar Maßnahmen getroffen werden.

  6. Städte verändern sich

    Bürotürme werden zu Wohnungen werden. Der PKW-Verkehr nimmt ab. Unternehmen und Innenstädte benötigen weniger Parkplätze. Viele Geschäfte und Handelsketten geben ihre Ladenlokale auf, stellen auf Onlineservice um. Unternehmen vertrauen nicht mehr auf die verletzliche Just-In-Time Lieferung, schaffen sich wieder Lager an. Lebensmittelmärkte kommen in die Innenstadt zurück. Das Leben wird mehr lokal. Eingekauft wird künftig mehr zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Den Rest erledigen boomende Lieferdienste, vorzugsweise mit elektrisch betriebenen Flotten. Menschen reisen weniger. Erlebnisse, Freizeitbeschäftigungen und Hobbys werden in mehr der Umgebung gesucht.

All das betrifft nicht nur die am meisten betroffenen Branchen wie Luftfahrt, Hotellerie und Gastronomie, Reiseveranstalter, Handel oder Automobilindustrie, sondern auch kleine mittelständische Unternehmen Querbeet. Geschäft und Arbeit gibt es demnach genug. Es wird auch jede Menge neue Jobs in der Nach-Corona-Gesellschaft geben. Je schneller wir das begreifen und die „alte Normalität“ vergessen, unsere Sinne für das Neue öffnen, desto erfolgreicher werden wir die Herausforderungen unserer Zukunft meistern.

In dem neuen Live-Online-Kurs Persönliche Führungskompetenz werden diese Fragen einen breiten Raum einnehmen.

Zitat des Monats

Nicht die stärksten oder die intelligentesten Spezies werden überleben, sondern diejenigen, die sich am schnellsten anpassen
Charles Darwin

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